Warum Betriebe wachsen (wollen) – und wie andere ohne Wachstum wirtschaften

Heidi Leonhardt

Ursprünglich als Masterarbeit durchgeführt, wurden in dieser nun veröffentlichten Studie Mechanismen die zu Unternehmenswachstum führen sowie Alternativen zu Wachstumsstrategien untersucht. Bezugnehmend auf die aufkommende Postwachstumsdebatte wurden dazu wachsende und nicht wachsende Klein- und Mittelbetriebe (KMU) mit der „Q Methode“ und leitfadengestützen Interviews betrachtet.

Es zeigt sich, dass es einerseits KMU gibt, die auf Wachstum setzen da sie sich davon Stabilität und Unabhängigkeit versprechen aber keine negativen Effekte erwarten. Andererseits gibt es KMU die sehr wohl negative Auswirkungen von Wachstum erkennen, aber dennoch eine Wachstumsstrategie verfolgen um ihre Marktmacht (u.a. unter Konkurrenzdruck) sicherzustellen. Innovationsfähigkeit und eine positive Unternehmenskultur werden von beiden Gruppen mit Wachstum assoziiert, negative Umweltauswirkungen allerdings nicht.

Unternehmen die sich aktiv gegen eine Wachstumsstrategie entschieden haben sehen im Gegensatz dazu vermehrt negative Auswirkungen einer Wachstumsstrategie. Mechanismen die sich für wachsende Unternehmen als ursächlich für Wachstum gezeigt hatten werden von den nicht wachsenden KMU als nicht wichtig angesehen oder vermieden. So bedienen sie Nischenmärkte und grenzen sich durch Qualität oder speziellen Produkteigenschaften von umkämpfteren Wettbewerbsmärkten ab. Diede KMU finden so Alternativen zum häufig auch für Unternehmen unterstellten „wachsen oder weichen“.

 

Leonhardt, H; Juschten, M; Spash, CL. To Grow or Not to Grow? That Is the Question. Lessons for Social Ecological Transformation from Small-Medium Enterprises. GAIA. 2017; 26(3): 269-276.

http://www.ingentaconnect.com/content/oekom/gaia/2017/00000026/00000003/art00012

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