ECODEAL (Enhancing biodiversity-based ecosystem services to crops through optimized densities of green infrastructure in agricultural landscapes) Projekt

ECODEAL wurde als Teil vom 2013-2014 Call des BiodivERsA/FACCE-JPI Netzwerks in Auftrag gegeben. Das Projekt läuft seit Jänner 2015 und erfolgt in Kooperation mit Partnerorganisationen aus fünf verschiedenen Ländern unter der Koordination der Lund University in Schweden. ECODEAL beschäftigt sich mit der Frage, ob Ökosystemdienstleistungen wie Bestäubung und Schädlingsbekämpfung die steigenden externen Inputs zumindest teilweise ersetzen bzw. mit ihrer Hilfe höhere Erträge erzielt werden können. Bienen, räuberische Insekten und Spinnen können demnach den Ackerkulturen von Nutzen sein. Es wird angenommen, dass das Vorhandensein grüner Infrastruktur wie Hecken, Blumenstreifen und Grünland in der Umgebung von Ackerland diesen Effekt verstärkt, da diese Flächen als Lebensraum für nutzenbringende Insekten dienen. Weiters versucht das ECODEAL Projekt einen Zusammenhang zwischen Biodiversität und landwirtschaftlicher Produktion/landwirtschaftlichen Flächen herzustellen.

Die BOKU war durch das Institut für Agrar- und Forstökonomie im Projekt vertreten und beschäftigte sich im Besonderen mit der Quantifizierung der ökonomischen Auswirkungen durch die Bereitstellung von Ökosystemdienstleistung. Dabei wird ein besonderer Fokus auf die Dichte grüner Infrastruktur und die Bestäubungsleistung durch Wildbienen gelegt.

Dazu wird ein bio-ökonomisches simulationsbasiertes Landnutzungsmodell entwickelt, und auf ausgewählten Landschaften aus der Region um Würzburg in Bayern angewendet. Die Anwendung erfolgt für unterschiedliche Szenarien die sich in Feldgröße und dem Anteil an grüner Infrastruktur unterscheiden.  Die ersten Ergebnisse für diesen Projektteilbereichs zeigen eine deutliche Steigerung des Gesamtdeckungsbeitrages pro Landschaft, wenn in den Landschaften die Felder vergrößert und dadurch die grüne Infrastruktur zurück gedrängt wird. Es wird auch gezeigt, dass die Ertragsverluste die durch die Reduzierung der grünen Infrastruktur und der einhergehenden Reduzierung der Bestäubungsleistung, entstehen, durch den zusätzlichen Gewinn an landwirtschaftlicher Nutzfläche und der Vergrößerung der Schläge kompensiert werden. Jedoch wird ein massiver Rückgang der Artenvielfalt vor allem durch die Vergrößerung der Feldgröße festgestellt. Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass die Beibehaltung der aktuellen Feldgrößen im Untersuchungsgebiet und der damit verbundenen Artenvielfalt und Bestäubungsleistung von wesentlicher Bedeutung sind. Aus landwirtschaftlicher Sicht ist ein solches Vorgehen allerdings mit Nutzungskosten verbunden.

 

Forschungskonsortium:

  • Lund University, Prof. Yann Clough;
  • Estación Biológica de Doñana (EBD-CSIC), Prof. Montserrat Vilà;
  • INRA, Dr. Adrien Rusch;
  • Swedish University of Agricultural Sciences, Uppsala, Prof. Riccardo Bommarco;
  • University of Natural Resources and Life Sciences, Prof. Dr. Jochen Kantelhardt;
  • University of Würzburg, Prof. Dr. Ingolf Steffan-Dewenter;
  • Centre d'Études Biologiques de Chizé, CNRS, Dr. Vincent Bretagnolle;
  • Wageningen University, Prof. Dr. David Kleijn

 

Ansprechpartner BOKU:

Institut für Agrar- und Forstökonomie, Universität für Bodenkultur, Wien
Projektteam: Jochen Kantelhardt, Stefan Kirchweger

Kontakt: jochen.kantelhardt(at)boku.ac.at

 

Link zur Homepage: https://www.cec.lu.se/research/ecodeal/about-ecodeal

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