REECAP: Research network on Economic Experiments for the CAP

Ulrich Morawetz

Die gemeinsame Agrarpolitik steht unter Druck, da ein großer Teil des EU Budgets dafür aufgewendet wird und zahlreiche neue Aufgaben wegen mangelnder Finanzierung nicht in Angriff genommen werden können. Die nüchterne Analyse von Kosten und Wirkung der Politik ist daher eine vordringliche Aufgabe. Neue methodische Zugänge eröffnen Möglichkeiten, dies besser zu bewerkstelligen.

Die in den letzten 10 Jahren von der DG Agri erstellten Guidelines für Ex-Ante, Mid-term und Ex-Post Evaluierung des Programms der Ländlichen Entwicklung, helfen bei der Wahl der Evaluierungsmethoden. Insbesondere in den Guidelines für die Ex-Post Evaluierung werden Methoden explizit erklärt und verglichen. Erwähnt werden auch „Randomisierte Experimente“ die Vorteile bei der Schätzung unverzerrter Programmeffekte haben. Aufgrund von methodischen Herausforderungen (z.B. externe Validität, Spillover-Effekte) und ungenügender sozialer Akzeptanz (z.B. Kontrollgruppen) seien randomisierte Experimente jedoch bei der Evaluierung des Programms der Ländlichen Entwicklung schwierig anwendbar.

Wie ökonomische Experimente für die Evaluierung der Agrarpolitk trotzdem angewendet werden könnten, wurde in einem Bericht von Colen et al. (2015) im Auftrag der Europäischen Kommission analysiert (siehe dazu auch ÖGA-Blog Beitrag). Um die im Bericht diskutierten Ansätze weiterzuentwickeln, veranstalteten ein Teil der AutorInnen im Juni 2017 einen Workshop in Frankreich, und eine “Organized Session“ auf der EAAE 2017 Tagung in Parma.

In der Diskussion am Workshop ging es zum einen darum ob Laborexperimente und Planspiele mit LandwirtInnen eine Rolle in der Ex-Ante Evaluierung spielen könnten:

Ein Teil der Diskussion wurde auch Ex-Post Evaluierungen und randomisierten Experimenten gewidmet

Die Präsentationen und Diskussionen haben gezeigt, dass es viel Interesse (von Wissenschaft und Politik) und noch wenig Erfahrung im Bereich der Agrarpolitikevaluierung mit Experimenten gibt. Vielfältige Erfahrung mit experimenteller Ökonomie gibt es jedoch in verwandten Feldern wie Umweltökonomie, Entwicklungsökonmie oder Arbeitsmarkt.

Am Ende des Workshops wurde ein World Cafe veranstaltet um mögliche nächste Schritte zu diskutieren. Um in Zukunft besser zu verstehen welche Rolle Experimente in der Evaluierung der Agrarpolitik spielen könnten, sollen wissenschaftliche Artikel geschrieben, weitere Workshops veranstaltet und Geld und ein Name für ein Netzwerk gefunden werden. Der letzte Punkt ist bereits erledigt. Das Netzwerk nennt sich REECAP (Research network on Economic Experiments for the CAP)

 

Ein ähnliches Netzwerk gibt es übrigens auch in den USA. Es nennt sich CBEAR (Center for Behavioral and Experimental Agri-Environmental Research).

TeilnehmerInnen des World Cafe am Workshop im Angers im Juni 2017.

Die Blogbeiträge und Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der ÖGA wieder.
Kategorie: Bericht Veranstaltungen

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