Sektion „Ländliche Sozialforschung“ bei der ÖGS gegründet

Markus Schermer

Am 4. Dezember hat die Generalversammlung der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie (ÖGS) einstimmig die Einrichtung einer Sektion „Ländliche Sozialforschung“ beschlossen. Sprecher dieser Sektion sind Markus Schermer von der Universität Innsbruck und Georg Wiesinger von der Bundesanstalt für Bergbauernfragen. Im Vorstand der Sektion sind zudem Gertrude Eigelsreiter-Jashari von der Universität Wien, Eva-Maria Griesbacher von Universität Graz und Thomas Lampalzer, von der Wildbach- und Lawinenverbauung im BMLFUW vertreten. Ziel der Sektion ist es für alle, die eine ländliche Perspektive auf Prozesse des sozialen Wandels in der Gesellschaft bzw. auf räumliche Entwicklungen anwenden, ein Netzwerk bereitzustellen. Die Vernetzung von Forschenden und Institutionen soll zu einem regelmäßigen Austausch und der Bildung themenspezifischer Arbeitsgruppen führen, sowie gemeinsame Forschungsprojekte anregen. Die Sektion versteht sich als Informationsdrehscheibe zwischen der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie (ÖGS), der European Society for Rural Sociology (ESRS) und der International Rural Sociological Association (IRSA).

Zur Österreichischen Gesellschaft für Agrarökonomie (ÖGA) stellt sie ein Bindeglied dar. Forschungsgegenstand sind die ländliche Gesellschaft an sich, aber auch raumbezogene Wirkungen auf die Gesellschaft im Wechselspiel zwischen rural-urban, lokal-global, zentral-peripher und damit zusammenhängende Fragen von Macht und Herrschaft. Die Sektion ländliche Sozialforschung sucht Antworten jenseits raumplanerischer oder ökonomisch orientierter Modelle. Es stehen die ländlichen Regionen und ihre BewohnerInnen im Vordergrund. Sie strebt eine kritische sozialwissenschaftliche Analyse der Entwicklungen ländlicher Räume an, ohne eine hegemoniale Perspektive (z.B. mit dem Ziel der Modernisierung) einzunehmen. Dabei stellt die Vernetzung zwischen städtischen und ländlichen Regionen eine wichtige Forschungsperspektive dar, um einer Dichotomisierung zwischen Stadt und Land entgegenzuwirken. Die Sektion betreut zwei Netzwerke, die „Arge ländliche Sozialforschung“ welche zweimal jährlich Vorträge an der Bundesanstalt für Bergbauernfragen organisiert und das „Netzwerk Agro-Food“, welches sich einmal jährlich trifft und unter anderem die „Internationalen Agro-food Lectures“ an der Universität Innsbruck veranstaltet. Damit ist die Sektion sicher auch für viele Mitglieder der ÖGA interessant. Wer sich in den obengenannten Zielsetzungen wiederfindet ist eingeladen, sich an die Sprecher der Sektion zu wenden um in die Mitgliederliste aufgenommen zu werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Sektion bei der ÖGS: http://oegs.ac.at/sozialforschung/

Kontakt: Markus Schermer, email: markus.schermer(at)uibk.ac.at

Georg Wiesinger, email: georg.wiesinger@berggebiete.at

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Kategorie: Bericht Veranstaltungen

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