BOKU: Dissertation zu Stadtentwicklungsprozessen am Beispiel Korneuburg

Elisabeth Schauppenlehner-Kloyber

Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis aber auch die Fähigkeit lokaler und regionaler AkteurInnen miteinander konstruktiv an Lösungswegen für anstehende Herausforderungen zu arbeiten, ist von zentraler Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit und Resilienz von Gemeinden und Regionen. Dabei steht die Integration einer Vielfalt von Perspektiven, Wissensbeständen, Erfahrungen und Bedürfnissen im Rahmen intensiver sozialer Lernprozesse im Vordergrund. Doch dies ist nicht immer ein leichtes Unterfangen und bedarf spezifischer Kenntnisse, Strukturen, Regelungen und vor allem viel sozialem Kitt: in erster Linie Vertrauen und Offenheit unter den Beteiligten.

Im Rahmen meiner Dissertation an der Universität für Bodenkultur begleitete ich die Stadtgemeinde Korneuburg in Niederösterreich über 6 Jahre bei einem integrativen, transdisziplinären und partizipativen Stadtentwicklungsprozess. WissenschafterInnen, VertreterInnen der Stadtregierung und BürgerInnen erarbeiteten in mehreren Prozessstufen gemeinsam Strategien und Instrumente für eine zukünftige nachhaltige Stadtentwicklung. „Ganz nebenbei“ entwickelte sich eine neue Kultur der Zusammenarbeit in der Gemeinde, die schließlich in der Institutionalisierung partizipativer, oder mehr noch kollaborativer Steuerungsstrukturen (der Korneuburger Charter für BürgerInnenbeteiligung) Ausdruck fand.

Verleihung des ÖGUT Umweltpreises. Von links nach rechts: Roswitha Reisinger (Lebensart Verlag), Thomas Pfaffl (Stadtgemeinde Korneuburg), Elisabeth Kerschbaum (Stadtgemeinde Korneuburg), Brigitte Sekanina-Brenner, Elisabeth Pfennigbauer, Martin Wimmer (Bürgerbeteiligung Korneuburg), Elisabeth Schauppenlehner (Universität für Bodenkultur Wien), Mag.a Regina Gruber (Stadtgemeinde Korneuburg), Mag.a Sabina Gass (Stadtgemeinde Korneuburg), Christian Gepp, MSc (Bürgermeister Stadtgemeinde Korneuburg) Christian Brandstätter (Lebensart Verlag), Martina Handler (ÖGUT). (c) Helga Auer

ÖGUT Umweltpreis und Good-Practice Prämierung

Für diesen neuartigen Weg, gemeinsam die Stadt auf strategischer Ebene zu gestalten, anstatt BürgerInnen nur anlassbezogen und punktuell mitsprechen zu lassen, sowie für den ganzheitlichen Zugang zur Stadtentwicklung wurde die Gemeinde Korneuburg im Dezember 2016 mit dem ÖGUT Umweltpreis in der Kategorie Partizipation und zivilgesellschaftliches Engagement sowie mit dem Business-Art Sonderpreis zweifach ausgezeichnet. Im Juni 2017 wurde Korneuburg im Rahmen des URBACT-Förderprogramms für nachhaltige und integrierte Stadtentwicklung (EFRE) als eine von 97 europäischen Städten (und einzige Stadt Österreichs) als Good-Practice City prämiert und ist damit sichtbarer Teil eines europaweiten Städtenetzwerks.

Dissertation

Die auf dem Prozess basierende Dissertation diskutiert die Herausforderungen und Voraussetzungen effektiver Kollaboration und trägt zur methodischen Weiterentwicklung transdisziplinärer Forschung sowie zu einer Erweiterung des theoretischen Verständnisses von Partizipation bei.

Teile der Dissertation kann man in folgendenen zwei Artikeln lesen:

  • Schauppenlehner-Kloyber, E.; Penker, M. Between Participation and Collective Action—From Occasional Liaisons towards Long-Term Co-Management for Urban Resilience. Sustainability 20168, 664.http://www.mdpi.com/2071-1050/8/7/664
  • Schauppenlehner-Kloyber, Elisabeth, and Marianne Penker. "Managing group processes in transdisciplinary future studies: How to facilitate social learning and capacity building for self-organised action towards sustainable urban development?." Futures 65 (2015): 57-71.http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0016328714001359
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Kategorie: Neues aus den Institutionen

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